Steckdosen ungeerdet - Problem für PC?

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Re: Steckdosen ungeerdet - Problem für PC?

Beitragvon Janka » Mi. 28.01.2009 15:02h

Also: Das ist eine Wohnung, die klassische Nullung besitzt. Das bedeutet, eine der beiden Steckdosenbuchsen ist mit dem Gehäuse der Steckdose und mit der Erdung verbunden, zum Sicherungskasten führen nur 2 Adern statt 3. Hat man in "der harten Zeit" so gebaut, um Metall zu sparen. Das führt zu dem Problem, dass bei einer Unterbrechung des Nullleiters irgendwo zwischen Steckdose und Sicherungskasten die volle Netzspannung an der Erdung liegt. Elektroanlagen dürfen daher schon seit über 30 Jahren nicht mehr auf diese Weise gebaut werden.

Es gibt allerdings einen Bestandsschutz. Das heißt, man darf eine solche Elektroanlage unverändert weiterbetreiben. Das Problem ist nun, dass man eine Anlage mit Nullung nicht an den Enden erweitern kann, ohne da ebenfalls wieder Nullung zu verwenden. Und genau das ist ja nicht mehr erlaubt. Und damit keiner Mischanlagen aufbaut, wo niemand irgendwas weiß, ist bei jedem Umbau der Anlage zuerst die Nullung zu beseitigen. Das bedeutet normalerweise, dass die Wände aufgestemmt und neue Kabel verlegt werden müssen. Und das ist teuer.

Mit "große Lasten" meint der Elektriker Lasten ab 2kW aufwärts pro Stromkreis. Ebenfalls aus Ersparnisgründen sind die Leiter nämlich früher dünner ausgeführt worden. Man nahm in Kauf, dass sich die Tapete bräunlich verfärbt, weil die Stromleitung zum Toaster heiß wurde. Früher wurde viel mit Kohle und Gas aus der Flasche gekocht, heutzutage mit einem E-Herd ist sowas natürlich nicht mehr statthaft. Du musst gucken, wie viele Stromkreise die Wohnung hat. üblich waren früher zwei Stromkreise für 3 Zimmer, in jeder Innenwand ein Stromkreis. Falls es schon einen E-Herd gibt, hat der einen bis drei eigene Stromkreise. Pro Stromkreis kannst du vermutlich maximal 10A ziehen. Den Computer musst du logischerweise *mit Monitor und Drucker* (Laserdrucker: 1kW!) rechnen.

Ein großes Problem wirst du bei deinem PC mit Brummschleifen bekommen, wenn du Ferni, Videorekorder oder Stereoanlage anschließen willst. Da die Masse des Computergehäuses mit der Erdung, und damit die Audio/Videomasse üblicherweise mit dem Gehäuse und damit wiederum mit der Erdung verbunden ist, gibt es schon bei der "normalen" Installation mit Erdung häufig ein Brummproblem. In dieser Wohnung ist aber das Gehäuse des Rechners mit der Rückleitung des 230-Volt-Stromnetzes verbunden. Das vervielfacht den Brumm enorm.

Weiterhin besteht die Gefahr, dass du dir den PC und *alle* an den PC angeschlossenen Elektrogeräte zerschießt. Das wird fast unvermeidlich passieren, falls die Nullleitung zwischen der Steckdose und dem Sicherungskasten unterbrochen ist. Und dazu reicht es, wenn diese eine Steckdose defekt ist.

Also: Ich würde in so eine Bude nicht einziehen.

Janka
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