Stromverbrauch bei LCD- und Plasma-TV

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Re: Stromverbrauch bei LCD- und Plasma-TV

Beitragvon Janka » Sa. 24.03.2007 23:24h

Nur einige Displays haben eine Elektronik eingebaut die dieeinzelnen Leuchtelemente separat ansteurn kann und sie dämpft, wenn es im jeweiligen Bereich sowieso keine besonders hellen Bereiche gibt.
Kannst du da Beispiele nennen? Ich fände das sehr ungewöhnlich, da normalerweise alle Röhren *alle* Bereiche des Bildes beleuchten. Über dem Lichthaus mit den Röhren ist normalerweise ein silbrig bedrucktes Blatt, das direkt über den Röhren sehr dicht gerastert bedruckt ist, dort wo keine Röhre darunter sitzt mit hellerem Raster. Darüber dann ein Diffusor aus weißer, durchscheinender Folie.

Eine teilweise Verdunkelung des Bildes über die Hintergrundbeleuchtung wäre sehr schwierig zu erreichen, da die Grenze bedingt durch die Maske und den Diffusor sehr unscharf ist.

Ein weiteres Problem ist, dass die Hintergrundbeleuchtung langsamer reagiert als das TFT. Man müsste also mehrere Bilder zwischenspeichern, um den zu erwartenden Helligkeitsbedarf vorherzubestimmen.

Man kann diese Probleme sicher alle lösen, mir erscheint so etwas aber als wenig praxistauglich.

Röhre:
Besteht im hinteren Bereich aus einer Elektronenkanone, bei der Elektronen in ein Vakuum freigesetzt werden und mittels eines elektrischen Feldes in Richtung Mattscheibe beschleunigt werde. Diese besteht aus lauter kleinen Phosphor Elementen mit einem Farbfilter
Die Bildröhre enthält keinen Phospor. Der Name "Phospor" bedeutet "leuchtend", und diese Eigenschaft teilen sich die weiße Modifikation des chem. Elementes Phospor, sowie die Leuchtschicht einer Bildröhre.

Die Bildröhre enthält auch keinen Farbfilter. Die per Siebdruck aufgebrachten Leuchtstoffe strahlen jeweils nur bestimmte Wellenlängen ab.

Hier ist der Verbrauch erheblich komplizierter, vor allem mußman wissen, dass bei steigender Größe der Aufwand für die Ablenkelektronk erheblich (überproportional) ansteigt. Die Ablenkeletronik mußimmwer laufen, ähnlich wie die Leuchtelemente des LCD, während die Elektronenkannone bei einem dunklen Bild weniger Energie benötigt als bei einem hellen Bild.
Da die Modulation des Bildinhalts ausschließlich über die Beschleunigungsspannung erfolgt, ist der Energieverbrauch unabhängig von der durch das Bildsignal erforderten Bildhelligkeit. Bei einem schwarzen Bild wird die Energie nicht am Bildschirm in Licht umgewandelt, sondern an den Anoden bzw. Lastwiderständen als Abwärme verbraten. Der Unterschied Hell/Dunkel ist auch nicht so groß, da nur ein Bruchteil der von den Heizfäden emittierten Elektronen tatsächlich am Bildschirm ankommt, selbst bei einem weißen Bild.

Nur die Grundhelligkeitseinstellung des Bildes (Helligkeit/Kontrast) beeinflusst bei guten Modellen auch die
Heizfäden. Einfachere Fernis legen hier pro Farbe immer 6,3V/1..2A aus dem Trafo an, und ändern für die Grundeinstellung der Helligkeit ebenfalls nur an der Beschleunigungsspannung herum.

Das Plasma nun wieder besteht aus einer Vielzahl von kleinen Neonröhren vor denen Farbfilter sitzen.
Auch hier wieder keine Farbfilter, sondern selbstleuchtende Leuchtstoffe, die diesmal aber nicht durch einen Elektronenstrahl, sondern durch UV-Emission aus der Gasmischung (NeHeXe) angeregt werden.

Sein Energiebedarf richtet sich praktisch ausschließlich nach der Helligkeit. Das Netzteil muß so ausgelegt sein, dass es alle Leuchtelemente bei höchster Leistung befeuern kann.
Dies ist praktisch nur bei einem rein weißen Bild der Fall je nach FIlm wird in der Realität zwischen 30 und 60% der Leistung.benötigt. In der Realität liegt man dabei ungefähr in der Nähe eines LCD. Wenn man hingegen die Bildröhre vergrößern würde auf die Größe von Plasma und LCD würde man sogar deutlich mehr Leistung verbrauchen als dfie Konkurrenz, ganz einfach weil auch mehr Aufwand für das Zusammernhalten und Steuern des Elektronenstrahls benötigt wird.
Bildröhren lassen sich nicht mehr wesentlich weiter vergrößern, da man sie dann sehr lang bauen müsste, schlecht für's Wohnzimmer. Insofern ist ein Praxisvergleich eher zwischen einer 90cm-Röhre (fast schon das größte erhältliche) und einem entsprechenden kleinen Plasma-TV sowie TFT zu ziehen.
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Re: Stromverbrauch bei LCD- und Plasma-TV

Beitragvon Janka » Mo. 26.03.2007 16:06h

Stichwort "Scanned Backlight". Wurde von Philips unter dem Markennamen "ClearLCD" vertrieben, und sollte die LCD-typischen Probleme mit Bewegungsunschärfe und anderen Deinterlacing-Artefakten mindern, indem man das von der Röhre gewohnte, zeilenweise Abtasten des Bilders durch ein zeilenweise ansteuerbares Backlight simuliert.

Vor einigen Tagen/Wochen kam auf heise die Meldung, daß die Produktion eingestellt worden sei, weil zu teuer.
Ok, mit LEDs geht's einfacher, dürfte allerdings preislich vollkommen uninteressant sein...
Da die Modulation des Bildinhalts ausschließlich über die Beschleunigungsspannung erfolgt, ist der Energieverbrauch unabhängig von der durch das Bildsignal erforderten Bildhelligkeit.
Das ist so auch nicht richtig :-P

Die Modulation erfolgt über die Gitter der einzelnen Elektronenkanonen, nicht über die Beschleunungs(Anoden-)spannung. Letzere könnte man durch die hohe Kapazität der Anode gar nicht schnell genug steuern, und vor allem auch nicht für jede Farbe getrennt. :wink:
Ja. Ich habe die ganze Beschleunigungseinrichtung aber mal unter "Beschleunigungsspannung" zusammengefasst, um es nicht noch weiter zu verkomplizieren. Im Gegensatz dazu die Heizdrähte, die für den Großteil des Energiebedarfs verantwortlich sind.
Bildröhren lassen sich nicht mehr wesentlich weiter vergrößern, da man sie dann sehr lang bauen müsste, schlecht für's Wohnzimmer.
Nicht unbedingt. Stichwort CRT-Rückprojektion.
Wobei man da aber keinen Vergleich von Bildhelligkeit/Kontrast oder Blickwinkelabhängigkeit anstellen sollte.
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Re: Stromverbrauch bei LCD- und Plasma-TV

Beitragvon Janka » Di. 02.11.2010 15:15h

Das ist doch bloß ein Ferni mit zusätzlich eingebauter Raumbeleuchtung, quasi eine Stimmungsleuchte, die sich mit dem Bild ändert. Mich würde so etwas furchtbar wuschelig machen, hast du dir das gut überlegt? Auf jeden Fall bringt das nur was, wenn die anderen Lichtquellen im Raum gedimmt oder abgeschaltet werden. Den Mehrverbrauch holst du so wieder rein.
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